Donnerstag, 31. Dezember 2009

MERDECEDES

Wie es so geht: Du kommst mit deinem weißen Mercedes an einer Bus-haltestelle vorbei, siehst die Leute, die voller Ingrimm, Gott weiß wie lange schon, auf ihren Bus warten, und dir fällt auf, dass einer von ihnen mit stumpfem, wohl gar neidischem Blick herübersieht.
Und für eine Sekunde denkst du, dieses Gefährt - einem braven Bürger in Deutschland entwendet, das Zollverfahren im befreundeten Weißrussland noch anhängig, mit schon verdächtig klopfenden Motor, gefälschter Motorblocknummer sowieso - könnte der Beweis sein für den vollständigen und endgültigen Sieg über das Leben.

Aus Viktor Pelewin´s GENERATION P, seltsam die mir zusagenste Lektüre, die letzten Jahre (Faldbakken´s MACHT UND REBEL) auch beim Sachbuch:(GIFTMÜLL MACHT SCHLANK) handelt vom Überreden, der Täuschung, und der Propaganda wie die Werbung nicht zu unrecht in Spanien genannt wird.


Und Umgekehrt: Autos werden wieder verschont, wahrscheinlich aus Deppenrespekt und Angst vor erzürnter, mordbereiter Besitzerlibido.
Einmal, früh morgens nachhausegehend  stellte ich mir die geparkten Fahrzeuge mit Gesichtern vor, einer misslichen Grundstimmung zufolge mit brutalen, aggressiven, die billigeren Fabrikate mit opportunistischem Antlitz. In der japanischen Kultur geht man davon aus, dass alles eine Seele besitzt, sei es belebt oder unbelebt.

 Die Fähigkeit, Gesichter zu erkennen und zu unterscheiden, erwirbt der Mensch bereits innerhalb der ersten Lebensmonate. Das Gesicht ist das uns am meisten vertraute Muster der Welt – und so sind wir auch dazu geneigt, es beinahe überall zu entdecken: sei es bei technischen Geräten, im Mond oder den Wolken. Wirklich emotional reagieren wir jedoch auf große Augen – ganz dem „Kindchenschema“ entsprechend, regt uns dieses Merkmal verstärkt zu Fürsorgeverhalten an.

 Dabei müsste es ein ungeheures Tremendum sein einen nagelneuen Mercedes zu täggern!

thx for interest