Donnerstag, 25. Juni 2009

Der beste Deutschlehrer im nämlichen Sprachraum oder das Rauschen der Unterstufe

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(Max Goldt)

thx for interest!

Samstag, 30. Mai 2009

Österreichs Gonzo Journalist


Prüller ist ein Meister der Mythologisierung („Für mich geht’s um die Gesichter unter dem Sturzhelm, die Menschen hinter der Startnummer, um Schicksale“).

In den letzten Jahren zappte ich stets zwischen ORF und RTL hin und her...um einerseits die Geschichten des wiener Sportmoderators zu lauschen andererseits informierte ich mich beim deutschen Konkurrenz-Sender um den gegenwärtigen Stand im Rennen mitzubekommen.

Dinge die ich ohne Prüller nicht wüsste:

Flavio und Michael:



Gerhard Berger:


Elefanten-Tino:


Bode Miller:


Aha-Erlebnis auf der Alm:


Ivan Lendl:


Ayrton Senna:



Jochen Rindt:






Nikki Lauda





Prüller begann 1965 im Fernsehen zu kommentieren, ende der 1960er Jahre wurde dank Jochen Rindt, bislang der Einzige Posthume Weltmeister, Rennen in Österreich populär.
Hätte Rindt, so Prüller, überlebt würde die Formel 1 jetzt anders aussehen.

Bernie Ecclestone ein Engländer, mittlerweile der große Boss des Rennzirkus, war damals Rindts Manager, Ron Dennis (McLaren) sein Mechaniker.

Die 1970er waren das Goldene Jahrzehnt für die Österreicher im Motorsport: Jochen Rindt 1970 und Nikki Lauda 1975 und 1977 holten sich den Weltmeistertitel, wobei Lauda 1984 die bislang letzte Trophäe für die Alpenrepublik errang.

Gegenwärtig ist Österreich dank Red Bull in der F1 wieder groß,
leider jedoch ohne Heinz Prüller als Kommentator der Anfang des Jahres von Hans Huber (ORF-Sportchef) in Zwangspension geschickt wurde.

Seither moderiert Ernst Hausleitner zusammen mit Alexander Wurz die Formel 1, und zwar weniger informativ als RTL und vor allem ohne Prüllers Unterhaltungswert, was schade ist.

Nikki Lauda hat seit Prüllers Abgang dem ORF kein einiges Interview mehr gegeben.


thx for interest

Sonntag, 26. April 2009

Bei Kilometer 42 nach 5:30 Stunden











Samstag, 28. März 2009

Dinge die wir nie im Kino sehen werden

Die Welles´sche Version von The Magnificent Ambersons:

Gut finanziert, ambitioniert und ausgefeilt, mit dem Anspruch, den Vorgänger, Citizen Kane noch zu übertrumpfen.
Darf man Orsonwellesianer glauben wäre ihm das auch gelungen - wäre Welles' Endschnitt je herausgekommen.

Die erste Schnittfassung unter Welles' Kontrolle hatte 131 Minuten, aufgrund der Missgunst des produzierenden Studios ob missratener Test Screenings (das Publikum fand den Film einfach zu niederschmetternd und wollte nach dem Bombardement Pearl Harbors und dem Eintritt in den 2. Weltkrieg lieber anderes sehen) schnitt Robert Wise den Film vollends um und lies massig Material weg, rearrangierte und drehte Szenen neu.

Am Ende kam ein lauwarmer 88-Minuten-Film heraus, anstatt einem düster-deprimierend beschriebenen Abgesang Welles'.

Das übrige Rohmaterial wurde vom Studio, RKO, vernichtet.



Das Leben geht weiter- Der letzte Propagandafilm der UFA:

Im November 1944 bekam Regisseur Wolfgang Liebenheimer den Auftrag, mit einem großen Staraufgebot "Das Leben geht weiter" zu drehen - den letzten großen Propagandafilm der UFA. Joseph Goebbels erwartete von dem Regisseur ein Durchhalteepos im Stile von "Vom Winde verweht". Der Film wurde nie zu Ende gedreht. Bis heute gilt er als verschollen, es gibt Hinweise darauf, dass das Filmmaterial in Sowjetische Archive kam und Teile der Aufnahmen für andere Projekte der neuen Besitzer verwendet wurden.

The Blockhouse:


Ein Peter Sellers-Film von 1972 über einen Trupp Soldaten im Zweiten Weltkrieg, der jahrelang in einem unterirdischen Bunkerlabyrinth gefangen ist. Kam nie heraus.


Die fehlende Anfangszene von Sunset Boulevard:


Eigentlich sollte der Film im Leichenschauhaus beginnen, mit einem Dialog zwischen den dort liegenden Leichen.


Die Schlußszene von Frau ohne Gewissen:

Schon wieder Billy Wilder, einer der neben Orson Welles besonders unter den Druck der Studios zu leiden hatte.
Der Film sollte damit enden wie Edward G. Robinson zusammenbricht, währende er dabei zusieht, wie Fred MacMurray in der Gaskammer verreckt.


Die Originalversion von Küss mich, Dummkopf:

Wilder und Sellers vereint! Der halbe Film war bereits gedreht, als Sellers einen Herzinfarkt erlitt und durch Ray Waltson ersetzt werden mußte.


The Day The Clown Cried:

Fast drei Jahrzehnte vor Roberto Benigni: Jerry Lewis´ Film über einen Clown in einem Nazi-Konzentrationslager.
Die einzige Kopie befindet sich seit 1972 in Schweden.


The Other Side Of The Wind:

Wo ist Orson Welles letzter Film geblieben? Irgendwo in einem Moskauer Bankschließfach wie´s aussieht.


Die Schlußszene von Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb:

Kubrick wollte den Film mit der grösten Tortenschlacht der Geschichte enden lassen.
Davon gibts immerhin Aufnahmefotos vom Dreh.







Und natürlich:

Salvatore Orteses Latrinendienst:

Der größte und mysteriöseste aller verschollener Filme.

Dienstag, 24. Februar 2009

Mei Bier


>>Well. Euer Bier ist gut - Der große Manitu der weißen Männer hat sie viele Künste gelehrt, und das Bierbrauen ist nicht die geringste darunter.<< (Karl May Winnetou II)

Bier - eine Grundsatzerklärung und Abstandsbestimmung gegenüber den Weintrinkern (Ein Text von Wolfgang Weisgram ~1995)


Attwenger – Bier

Jo, Bier i kenn di scho – Du hostas mein Vota dau
Heit duast as mir – na servas mei Bier
Heit san de bessan Tog – Heit tring i wos i mog

Jo, Bier i kenn di scho – Du hostas mein Votta dau
Hiazt dast as mir – leck mi am Oasch deppats Bier
(Trikont Schallplatten: 1993: Luft)

I know the way to the Hofbräuhaus
(Regie: Herbert Achternbusch, Musik: Attwenger)




Nutznotizen:

1. Im Mittelalter galt Bier als gesund da bei der Erzeugung krankmachende Keime (Pest, Cholera) eliminiert wurden.

2. Bier gilt heute noch immer als Dickmacher obwohl der Nährwert mit dem von
Apfelsaft vergleichbar ist, verhängnisvoll jedoch ist meist der Hunger bzw. Heißhunger, je nachdem wie viel getrunken wurde, der durch die Bierhefe entsteht.

3. Auf Japanisch heißt ein dicker Bauch Biiruppara, auf Schwedisch Ölmage. Beides heißt übersetzt „Bierbauch“.

4. Die Einwohner Darwins im Norden von Australien sind Weltmeister im Bier-Verbrauch. Je Einwohner werden 244 Liter im Jahr getrunken (zum Vergleich: In Deutschland sind es rund 138 Liter). Das lokale Bier heißt NT-Draught und es wird im Darwin Stubby - der legendären 2,25 Liter (80 oz) Bierflasche, abgefüllt.

thx for interest, angoramehl

Samstag, 31. Januar 2009

The Rooftop-Gig 30.Jan 1969




Die Beatles planten ein neues Album das "Get Back" heißen sollte.
Man beschloss die Songs live einzuspielen, da sich die Aufnahmearbeiten als schwierig und wiedersprüchlich gestalteten.

Die Gegenspole McCartney - Lennon wanderten zusehends auseinander.
Schon 1965 gab es konflikte, als den Beatles der Orden " Members of the Order of the British Empire" von der Queen überreicht werden sollte, war John dagegen, hingegen Paul dafür. Brian Epstein, deren Mananger überzeugte sie schließlich und alle trabten sie brav an, mit dünnen Krawatten, der einzige der etwas lässigkeit bewies war Ringo Starr der beim Gruppenbild lässig eine "Tschick" in der Hand hielt.

Die Beatles gaben ihr letztes Konzert am 30.Jänner 1969, einem kalten windigen Tag, in der Seville Row, am Dach des Apple-Gebäudes.


Zwischenfall: Während Paul zu "Dig A Pony" einzählt zündet sich Ringo, mit einem Drumstick in der Hand, gerade eine Zigarette an:



Der letzte Song "Get Back" wurde sehr ungenau gespielt, die Musiker waren irritiert durch die auftauchenden Polizisten (unangemeldete Veranstaltung).
Da diese jedoch nicht sofort einschritten, sondern höflich das Ende des Songs abwarteten nützte Paul die Gelegenheit.

Er Improvisierte am Text:

>>Komm zurück - du warst zu lange fort - du hast schon wieder am Dach gespielt Lorietta - das macht deine Mutter ärgerlich - Komm zurück nachhaus wo du Hausarrest bekommst<<


Phil Spector stellte die Platte 1970 fertig, ein Monat nach Bandtrennung wurde sie veröffentlicht, wodurch der ursprüngliche Titel "Get Back" durch "Let it be" ersetzt wurde.
Das Album war überladen mit Spectors dazugemischten Streichern und Chöhre, erst Jahrzente später erschien "Let it be-naked" so wie es klingen hätte sollen.

Das Ende der grösten Band der 1960er.
Die einflußreichste Band dieser Zeit war jedoch Velvet Underground nicht die Beatles.

thx for interest, angoramehl

Appropos Hausarrest - http://tinyurl.com/blgsxo

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Die Tiefe der Jahre

Heimito von Doderer: Die Strudlhofstiege



1951 veröffentlicht, führte das Werk seinen Autor zur Bekanntheit, zweifellos traf Doderer den Geschmack der Leser zur Nachkriegszeit, spielt die Handlung doch in der K & K bzw. Zwischenkriegszeit, der Erste Weltkrieg fungiert am Rande der Zweite bleibt in der Geschichte unerwähnt.


Will man den ambitionierten Versuch unternehmen die Story nachzuerzählen, stellt sich ein relativ langweiliges hin und her ein, dass sich über Dezenien erstreckt, mit vielen Erzählsträngen die manchmal versanden und daher am Ende nicht alles inhaltlich zusammenläuft.

Doderer allerdings, hat Anker ausgeworfen. Beschreibungen die sich bei deren Imagination verselbstständigen - eine Eigendynamik entwickeln...

Mary K beispielsweise, eine Figur die erst am Anfang, und dann achthundert Seiten später wieder vorkommt:
An einem Vormittag in den 1920er Jahren nimmt sie morgens ein Bad, allmählich bekommt sie das Gefühl, der Tag hätte damit bereits seinen Zenit überschritten.

Am Fauteuil sieht sie aus dem Fenster ihrer Wohnung, in die Porzellangasse, hin zum nahegelegenen Bahnhof und beobachtet wie Taxis, die vom hinteren Ende der Querstraße, in der Warteschlange lautlos nachrücken, wodurch immer das Erste (vorderes Fahrgestell) und das Letzte (hinteres Fahrgestell) sichtbar ist.

Ein Anblick monumentaler Langweiligkeit, ein Automatismus, in seiner Erscheinung einem dauernd Tropfenden Wasserhahn bzw. einem Paternoster-Aufzug nicht unähnlich.

Dieses gleichmäßige Abfädeln gehört seit Jahren zu den Selbstverständlichkeiten in Marys Leben.


Melzer, ein K & K Major, der mit Mary zusammen war, eine Heirat lies sich nicht mit seiner militärischen Laufbahn zusammenfügen, wegen notwendiger Auslandsaufenthalte, in Bosnien beispielsweise.

Ebendort passiere ihm essentielles: Bei der Bärenjagd, die glücklos verlief, sah er eine Schlange die sich vor seinen Füßen im Schnee dahinwand.

Dabei setzte sein Denken aus - verabschiedete sich in dieser Situation. Sein Wesen schien, wie das Tier nur aus Instinkt zu bestehen, ein wohliger Zustand, war er doch seit seiner Abfahrt, etliche Tage zuvor, vom Südbahnhof andauernd in Gedanken über eine versäumte "Garden Party" und mit unbestimmten Gefühlen von Frustration konfrontiert.

Jahre später sollte der Major einen jungen Mann kennenlernen dem im Augarten-Tennisclub exakt dasselbe wiederfahren ist - die Basis einer soliden Freundschaft.



In den 1920ern ist Melzer ein Amtsrad geworden, der sich ähnlich wie Mary K, in der Porzellangasse gemütlich eingemietet hat.
Abends liegt er am Boden auf seinem selbstgeschossenen Bärenfell aus Bosnien.
Licht spendet eine, in der Mauerwand, niedrig angebrachte Kandelaber-Lampe, in deren Schein Melzer bei türkischen Kaffee und Kef (Tabak) in seinen "Denkschlaf" fällt, der regelmäßig unterbrochen wird durch "äolische" Geräusche der draußen vorbeifahrenden Straßenbahn, wodurch sich viele seiner Träume in den Wachzustand hinüberretten.


Der Namensgeber des Buches, Die Strudlhofstiege, wird derzeit bis Sept. 2009 renoviert (die Kandelaber-Leuchten sind abmontiert), der Zickzackverlauf der Treppenanlage symbolisiert den wendungreichen Lebensweg der Akteure einerseits, andererseits fungiert sie als Bindeglied zwischen den verschiedenen Gesellschaftschichten -

Oben die Innenstädter - Unten die Vorstädter

In Analogie dazu ist Melzer ein ähnlicher Knotenpunkt zwischen Ober- und Unterschicht.
Das Palais Strudelhof, damals Palais Berchtolt steht direkt oberhalb der Stiege.
Berchtold war als Außenminister mitverantwortlich für den Ausbruch des Ersten Weltkrieges, in besagtem Palais lief das Ultimatum an Serbien aus.





Ein Metapher dafür, dass die Biographie eines Menschen nicht selten mit Gesellschaftspolitischen hintergründen einer Zeit zu tun hat.

thx for interest, angoramehl

Samstag, 29. November 2008

Enfant terrible

Ich war mit Sylvia Eislaufen, da sie mehrere Male stürtzte, zuletzt aufs Knie, mussten wir den Punsch nachher ausfallen lassen und machten uns direkt Richtung Heimweg.


Da Sylvia Knieschmerzen hatte ging es langsam voran, als wir das U-Bahn-Gebäude "Alser Straße" betraten kuckte ich sofort auf die Anzeige wann mein Zug kommt.


Plötzlich hatte ich es eilig, kündigte er sich in einer Minute an, daher verabschiedete ich mich von Sylvia eher übereilt und rannte sie Stiegen rauf zur Plattform.


Zufrieden den Zug erreicht zu haben, nahm ich darin platz und dann - traf mich die Watsche der Erkenntnis:


Sylvia hat die selbe Richtung wie ich und ich habs vergessen und sie einfach stehen gelassen mit ihren schmerzenden Knie.


Meine Entschuldigungs-SMS von wegen Denkfehler und Sorry war wohl etwas unaufrichtig, denn während ich sie verfasste musste ich unentwegt lachen.